ADN Pförtnerhaus


Der Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst (ADN) war neben Panorama DDR die einzige zugelassene Nachrichtenagentur der Deutschen Demokratischen Republik. Er besaß eine Monopolstellung beim Beliefern fast aller ostdeutscher Zeitungen sowie von Funk und Fernsehen der DDR mit Nachrichten und Bildern. Der ADN wurde seinerseits von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) kontrolliert.  Seit 1971 bis zu seiner Auflösung 1992 befand sich die Zentrale des ADN in einem Gebäude an der Mollstrasse/ Ecke Karl-Liebknecht-Strasse im Stadtbezirk Mitte.


Wie für alle Behörden und Ministerien der DDR stand den ADN-Mitarbeitern ebenfalls ein überwachter Dienstparkplatz zur Verfügung. Dieser war an der Einfahrt (Ausfahrt) mit einem Pförtnerhaus zur Kontrolle bestückt. Dieses Ein-Mann-Kontrollhäuschen mit einer Größe von 2qm wurde in den 1970er Jahren zum Standard und zur Norm im öffentlichem Raum der DDR. Architektonisch ist dieses Gebilde zweckmäßig gestaltet mit typisch nüchternem DDR Aluminium Design.

Mit dem Projekt "ADN Pförtnerhaus" wird das über 40 Jahre alte, einzig erhaltene DDR-Kontrollhaus im öffentlichen Raum von Ost-Berlin vor der Zerstörung und seinem endgültigen Verschwinden bewahrt. Der vorausgegangene Funktionsverlust, sowie die Transformationsprozesse seit der Wende liegen diesem Objekt inne. Das Pförtnerhaus soll keinesfalls als Denkmal verstanden werden, sondern vielmehr als "Skulptur" mit der ständigen Präsenz der Vergangenheit.

Das ADN-Gebäude in Berlin-Mitte wurde an einen Investor verkauft, wodurch das Pförtnerhaus weichen musste. Es fand einen vorübergehenden Standort im Prinzessinengarten in Kreuzberg.


Seit September 2013 steht das Kontrollhaus auf dem Gelände der ehemaligen Fahrbereitschaft des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) in Lichtenberg. Das Areal "Fahrbereitschaft" des Sammlerehepaars Haubrok ist für das Projekt  "ADN Pförtnerhaus" ein idealer wie paradoxer Ort. Hier soll es als temporärer Ausstellungsort/Vitrine eingeladenen Künstlern dienen. 

Das zentrale Anliegen dieses Projektes ist es, neben einem zeitgenössischen künstlerischen Diskurs die nie aufzuhaltenden Veränderungen des öffentlichen Raumes in Berlin zu dokumentieren und kommentieren, sowie die Konsequenzen aus dem sozialen und politischen Wandel an einem auf den ersten Blick so unbedeutenden und vergessenen Gegenstand wie einem DDR-Kontrollhaus aufzuzeigen.




ADN Pförtnerhaus (gatehouse)

Next to Panorama GDR, the Allgemeine Deutsche Nachrichtendienst (ADN, Public German News Service) was  the only approved news agency of the German Democratic Republic. It was holding a monopoly on delivering nearly all East German Newspapers as well as radio and TV with news and pictures. The ADN itself was under the control of the Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED, Socialistic Union Party of Germany). From 1971 until its closure in 1992, the headquarter of the ADN was located in a building corner Mollstrasse and Karl-Liebknecht-Strasse in Berlin-Mitte. 

Like for most public services and ministries in the GDR, the members of staff were able to use a guarded parking site next to the building. The entrance and exit of this ground was equipped with a gatehouse. This one-man-control-house seized 2 square meters became standard and norm throughout the seventies in the public space of the GDR. The small building is architecturally functional and the GDR aluminum design seems typically dry.The project "ADN Pförtnerhaus" aims to save this 40 year old security hat from its demolition and complete disappearance.The loss of function that had already happened as well as the transformational processes that occurred caused by the collapse of communism lie within this object. However, the gatehouse should not function as a memorial, but should be understood moreover as a sculpture giving at the past a permanent presence. The whole area of the ADN in Berlin-Mitte was sold to an investor, so the gatehouse had to give way. It found a temporary base at Prinzessinengarten in Kreuzberg.


Since September 2013, the gatehouse moved to the lot of the former vehicle pool of the central committee of the Socialistic Union Party (SED) in Berlin-Lichtenberg. 

The area "Fahrbereitschaft" purchased through the collectors couple Haubrok is an ideal as well as paradox place for the project "ADN gatehouse". Here it will function as a temporary exhibition space/ cabinet for invited artists. 

The utmost concern of this project is, next to the contemporary artistic discourse to document and comment the continuous never-ending change in the public space of Berlin. The consequences of social and political alteration become visible through one on first sight marginal and forgotten object, the GDR gatehouse.

© Christof Zwiener 2014

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